• 27.03.2026

Social Media-Kolumne Teil 2

Vom Erstkontakt zur Erfolgsmessung – so funktioniert Petfluencer-Marketing in der Praxis

Geschrieben von André Karkalis

Petfluencer und Markenvertreter im Gespräch.
Influencer Marketing ist people‘s business - Kontaktpflege gehört dazu.

Der richtige Creator ist gefunden, die Strategie steht. Und jetzt? Genau hier scheitern viele Heimtiermarken – nicht an der Idee, sondern an der Umsetzung. Denn zwischen Konzept und Kampagne liegt ein Prozess, der über Erfolg oder Budgetverschwendung entscheidet.

 

Die erste Nachricht ist Ihre Visitenkarte

Erfolgreiche Petfluencer erhalten täglich Dutzende Anfragen, insbesondere vor bedeutenden Veranstaltungen wie der Interzoo . Wer mit einer unpersönlichen Standardmail antritt, landet im Archiv. Was zählt: zeigen, dass man sich wirklich mit dem Account beschäftigt hat. Ein konkreter Bezug auf ein bestimmtes Video, ein Kommentar zur Art, wie jemand seine Community anspricht – das macht den Unterschied.

Und das ist kein Trick, sondern Grundvoraussetzung. Denn gute Petfluencer haben längst feste Kooperationspartner, besonders im Futterbereich. Wer hier neu einsteigen will, braucht mehr als ein Budget – er braucht eine echte Beziehung. Jeder weiß: Hundefutter wechselt man nicht so schnell wie die Leine. Sonst wird es unglaubwürdig. Wer langfristig als Kooperationspartner wahrgenommen werden will, muss in persönlichen Kontakt und kontinuierliche Beziehungspflege investieren. Multiplikatoren gewinnt man nicht per Massenmail. Wenn Sie „Petfluencer“ in Ihren Marketing-Mix einbinden möchten, sollten Sie also frühzeitig mit der Planung beginnen, vor allem wenn Sie ein neues Produkt an einem festen Termin, wie der Interzoo launchen möchten.

 

Das Briefing ist kein Regelwerk, sondern eine Einladung

Sobald Interesse besteht, folgt das Briefing – und das ist keine Bedienungsanleitung. Heimtiermarken, die jeden Satz vorgeben, bekommen austauschbaren Content. Wer stattdessen Format, Zeitplan und Markenbotschaft klar definiert, aber kreativen Spielraum lässt, bekommt authentische Inhalte, die die Community wirklich erreichen. Ganz gleich, ob Ihr Creator tägliche Inhalte für Ihren Instagram-Kanal oder ein spezielles Live-Format für die Interzoo entwickelt.

Wichtig: Nutzungsrechte für Social Ads frühzeitig klären – nachträglich verhandelt es sich teurer.

 

Pricing: Kein Bauchgefühl, sondern Kalkulation

Im Petfluencer-Marketing gibt es keinen Einheitspreis. Die Vergütung hängt von Format, Reichweite, Plattform, Exklusivität und Nutzungsrechten ab. Wer Angebote vergleichen will, sollte dabei nicht auf die Follower-Zahl schauen – die sagt wenig über tatsächliche Wirkung aus.

PRAXIS-TIPP

Berechnen Sie den Median der letzten 10 bis 20 Reels eines Creators – und lassen Sie dabei die gepinnten Beiträge außen vor, denn die verzerren das Bild. Der so ermittelte Durchschnittswert zeigt, wie viele Views ein Account unter normalen Bedingungen erzielt. Setzen Sie das Honorarangebot ins Verhältnis zu diesem Wert, erhalten Sie einen belastbaren CPM – und damit eine solide Grundlage, um verschiedene Petfluencer quantitativ zu vergleichen. So wird aus dem Bauchgefühl ein nachvollziehbares Argument gegenüber dem eigenen Management.

Messen, was wirklich zählt

Am Ende entscheidet nicht die Reichweite, sondern die Wirkung. Relevante Kennzahlen sind Engagement-Rate, Saves, Kommentarqualität und – bei Sales-Zielen – Conversion via Rabattcode oder Affiliate-Link. Was bedeutet das für Sie als Entscheider:in? Definieren Sie vor dem Start, welchen Erfolg Sie messen wollen. Nur wer das Ziel kennt, kann den Weg bewerten.

 

Über den Autor:

André Karkalis, Gründer der Agentur TONY, hat mit seinem Team über 100 Social-Projekte für Industrie und Handel in der Heimtierbranche realisiert. 

TONY richtet seit 2019 die GERMAN PETFLUENCER AWARDS aus und veranstaltet mit der PETFLUENCER NIGHT Europas größtes Creator Event zum Thema Pet.

Sie haben Fragen? Schreiben Sie an: a.karkalis@tony.pet

Autor

André Karkalis mit Hund
André Karkalis
Geschäftsführer Agentur TONY