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Interzoo Newsroom

Petfluencer als Markenbotschafter der Heimtierbranche

André Karkalis

Influencer erreichen über Online-Dienste und Plattformen wie Instagram & Co. Millionen potenzieller Kunden und sind für Lifestyle-Marken zu einem festen Bestandteil des Marketings geworden. Auch die Heimtierbranche entdeckt zunehmend das Potenzial der digitalen Meinungsführer und setzt auf Kooperationen mit sogenannten Petfluencern. André Karkalis*, Geschäftsführer der Petfluencer Agentur TONY, erklärt Hintergründe und gibt Tipps, worauf man beim Petfluencer Marketing achten sollte:

Die kommende Interzoo 2020 ist der perfekte Startschuss: Hier werden Geschäftskontakte geknüpft und neue Produkte entdeckt. Danach folgt Schritt zwei: neue Marken und Produkte müssen den Endkunden kommuniziert werden. Eine Möglichkeit, dies zu tun, bietet das Petfluencer Marketing.

Heute verbringen potenzielle Kunden immer mehr Zeit online mit ihrem Smartphone statt mit Zeitschriften und vor dem Fernseher. Dabei nutzen sie verstärkt AD-Blocker, um Werbung auszublenden. In Deutschland unterbinden aktuell ein Drittel aller Online-User das Einblenden und Anzeigen von Werbung. Auch in den sozialen Netzwerken verfolgen die Mitglieder lieber die Postings ihrer Freunde als Inhalte von Unternehmen. So verwundert es nicht, dass unter den weltweit 30 reichweitenstärksten Instagram-Kanälen nur vier Unternehmens-Accounts zu finden sind – darunter Instagram selbst und National Geographic mit Tier- und Naturbildern. Alle anderen 26 Accounts zeigen Menschen statt Marken.

Nähe zu den Followern

Wenn Menschen, denen man jeden Tag folgt, ein Produkt nutzen oder sogar empfehlen, wird aufgrund der Vorbildfunktion ein stärkeres Produkt-Interesse bei ihren Followern ausgelöst als es bei klassischer Werbung der Fall ist. Informationen über Produkte werden von den Followern nicht als störend empfunden, sondern als Beratung. Personen, die über soziale Kanäle Einfluss auf andere nehmen können und meist auch eine hohe Reichweite entwickeln, nennt man daher Influencer. Ihr Erfolgsgeheimnis ist die Nähe zu ihren Followern. Influencer berichten aus ihrem Alltag und lassen ihre Fans daran teilhaben. Genau dies macht sich das Influencer Marketing zunutze.

Digitale Meinungsführer sind in den letzten Jahren in vielen Branchen zum festen Bestandteil des Marketing-Mixes geworden. Studien wie die „Opinia – Influencer 2.0“ von April 2018 belegen, dass bereits jede zweite Person, die Influencern folgt, schon einmal ein Produkt gekauft hat, weil ein Influencer es empfohlen hat. Neben dem Verkauf von Produkten ist besonders die Steigerung der Markenbekanntheit und das Verbessern des Images ein Ziel, das man gut über Influencer Marketing erreichen kann. Besonders beliebte Kanäle für Kooperationen mit Influencern sind Instagram, YouTube sowie deren Blogs. Allein Instagram wird weltweit von einer Milliarde Menschen genutzt – Tendenz steigend. Hinzu kommt, dass Instagram sich in den nächsten Jahren immer stärker als Verkaufsplattform (In-App Shopping) etablieren will.

Sind Petfluencer die besseren Influencer?

Bei Petfluencern – also in Kanälen, bei denen Tiere im Mittelpunkt stehen, – kommt neben der persönlichen Nähe zu den Followern der „tierische“ Sympathiefaktor hinzu. Bereits seit Beginn der ersten Social Networks zählen Katzen- und Hunde-Themen zu den beliebtesten Inhalten mit hohem Unterhaltungswert. Immer mehr Tierbesitzer legen für ihre Heimtiere eigene Kanäle im Social Web an und pflegen diese für ihre Schützlinge. Was meist als digitales Fotoalbum oder Tagebuch beginnt, wird immer öfter zu einem Kanal mit enormer Reichweite. Inzwischen gibt es nicht nur in den USA, sondern auch in Europa tausende Katzen, Hunde und Pferde, die auf Instagram fünf- oder sechsstellige Fan-Zahlen erzielen und mit ihren Reichweiten selbst führende Händler- und Hersteller-Marken der Branche weit hinter sich lassen.

Grundsätzlich ist Petfluencer Marketing für alle Produkte möglich und die Möglichkeiten zur Kooperation sind vielfältig. Besonders beliebt sind Produkttests, Rezensionen auf Blogs und die Teilnahme an speziellen Events. Allerdings gibt es einiges zu beachten: Vor der Ansprache eines Petfluencers sollte man sich intensiv mit seinen Kanälen beschäftigen. Welche Vorlieben hat sein Tier, welche Meinung und Einstellung der Halter? Haben Hund oder Katze spezielle Hobbys oder ein Pferd Nahrungsmittelunverträglichkeiten? Nichts ist peinlicher für ein Unternehmen, als Produkte zu versenden, die dem Petfluencer nicht gefallen. Wer bereits Petfluencer persönlich oder von vorherigen Kooperationen kennt, ist im Vorteil. Für alle anderen gilt: Erst lesen, schauen, zuhören und dann in einen Dialog treten, denn der wichtigste Faktor für eine erfolgreiche Kooperation ist die Auswahl des zum Produkt und zur Marke passenden Petfluencers.

Fünf Tipps für erfolgreiches Petfluencer Marketing:

1. Ziele festlegen

Nur wer vorher Ziele definiert, kann nachher bewerten, ob er diese erreicht hat. Wollen Sie die Bekanntheit Ihres Produktes erhöhen, das Image verbessern oder den Verkauf forcieren? Jedes Ziel hat unterschiedliche Auswirkungen auf die jeweilige Strategie.

2. Auf Augenhöhe kommunizieren

Petfluencer sind keine Litfaßsäulen: Menschen, die für ihre Tiere einen Kanal betreiben, haben ihre eigene Meinung. Genau das macht sie zu wertvollen Meinungsführern. Im Umgang mit ihnen sollten Sie sich daher immer fragen: Wie würde ich als Pressesprecher mit einem wichtigen Journalisten kommunizieren?

3. Petfluencer-Auswahl: Brand-Fit ist wichtiger als Reichweite

Um den richtigen Petfluencer für eine Kooperation zu finden, müssen verschiedene qualitative und quantitative Voraussetzungen und Fragen geprüft werden: Aus welchen Ländern stammen die Follower? Welche Kanäle des Petfluencers sind besonders stark? Passt das/sein Tier zur Kampagne (Rasse, Felllänge, Charaktereigenschaften)? Welcher Content wurde bisher produziert? Wie stark „liken“ und kommentieren die Follower den Kanal des Petfluencers?

4. Qualitäts-Check durchführen

Prüfen Sie vor einer Kooperation mit entsprechender Software den Instagram-Account des Petfluencers auf gekaufte Abonnenten, sogenannte „Fake-Follower“. Sonst kann es passieren, dass Sie statt Ihrer Zielgruppe nur von Computern generierte Fake-Accounts erreichen.

5. Werbung kennzeichnen

Gemäß der aktuellen Rechtslage in Deutschland müssen Influencer, die für ein Produkt werben, dies als Werbung kenntlich machen, und zwar bereits am Anfang eines Posts oder Blogartikels. Wichtig: Haftbar hierfür ist nicht nur der Influencer, sondern auch der Auftraggeber.

*André Karkalis ist Dozent für Influencer Marketing an der Deutschen Akademie für Public Relations und Gründer von TONY the petfluencer agency (http://www.tony-petfluenceragency.com/).

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