Presseinformationen

Mai 2012
Eröffnungsfeier der Interzoo 2012
  • Grußwort von Hans-Jochen Büngener,
    Vorsitzender des Messeausschusses Interzoo,
    Schatzmeister des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF)
Donnerstag, 17. Mai 2012, 11:30 Uhr im Saal München, NCC Mitte, Ebene 1

- Es gilt das gesprochene Wort -

Sehr verehrte Frau Staatsministerin Dr. Beate Merk,
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly,
Liebe Hausherren Dr. Roland Fleck und Peter Ottmann,
Lieber Präsident Norbert Holthenrich,
Meine sehr verehrten Damen,
Meine Herren !

Es ist Mai in einem geraden Kalenderjahr.
Es ist Christi Himmelfahrt.
Das bedeutet mit einiger Gewissheit: Es ist Interzoo.

Ich freue mich, dass Sie unserer Einladung zur Eröffnung der 32. Interzoo, Ausgabe 2012, gefolgt sind. Besonders freue ich mich, dass Sie, sehr verehrte Frau Dr. Merk, sich die Zeit genommen haben, die diesjährige Interzoo zu eröffnen.

Justiz und Heimtierhaltung verknüpft man nicht automatisch miteinander, wohl aber den wirtschaftlichen Verbraucherschutz, für den Ihr Haus auch zuständig ist, wie ich gelesen habe, und was Sie persönlich unmittelbar mit uns verbindet, das zeigt Ihr Bild auf Ihrer Homepage, das Sie gemeinsam mit Ihrem Hund darstellt.

Die Interzoo ist die weltgrößte Industrieschau für Produkte rund um das Heimtier.

Als wir 1988 von Wiesbaden nach Nürnberg umgezogen waren, da eröffnete der damalige Bundesminister für Wohnungsbau und Städtewesen, Oscar Schneider, eine Fachmesse mit 445 Ausstellern, die zu 57 Prozent aus Deutschland kamen. Sie, sehr verehrte Frau Dr. Merk, werden heute eine Messe mit über 1.500 Ausstellern aus 53 Nationen eröffnen, die sich und ihre Produkte auf mehr als 100.000 qm präsentieren.

Damit hat sich die Interzoo als Fachmesse, rein bezogen auf die Fläche, in die Größenordnung der größten Verbrauchermessen, etwa der weltweit größten Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau, vorgeschoben.

Es wäre schön, wenn dies als ein Signal für das stets weiter zunehmende Interesse der Menschen an ihren Mitgeschöpfen und an ihrer Umwelt gewertet werden könnte.

Waren es 1988 noch 43 Prozent ausländische Aussteller, so sind es heute 79 Prozent bei stets wachsenden absoluten Zahlen. Die größten Aussteller-Nationen sind neben Deutschland China, Italien, Großbritannien, Niederlande, USA, Frankreich, Belgien, Spanien und Polen.

Dieser Erfolg ist nicht zuletzt der hervorragenden Zusammenarbeit zwischen dem Veranstalter WZF GmbH und dem ideellen Träger, dem ZZF e.V., einerseits und der NürnbergMesse andererseits, zu verdanken. Ich freue mich deshalb auch besonders, unseren Begleiter der ersten Zeit, Herrn Dr. Hauck und unseren Begleiter bis zum vergangenen Jahr, Herrn Bernd Diederichs, heute hier begrüßen zu können.

Wenn ich zu Beginn den Verbraucherschutz angesprochen habe, so ist das nicht nur geschehen, um einen Bezug zum Aufgabenbereich unserer Eröffnungsrednerin herzustellen.

Verbraucherschutz und Verbraucheraufklärung sind für die gesamte Heimtierbranche zentrale Anliegen.

Produktsicherheit und kontrollierte Produktqualität sind zugleich Tierschutz und wichtige Grundlagen für das Glück zwischen Mensch und Tier, zu dem diese Industrie beitragen darf.

Das ist es, was wir uns immer wieder bewusst machen und worauf unsere Gedanken bei der Produktentwicklung gerichtet sind.

Wir tragen nicht nur Verantwortung dafür, dass eine Maschine nicht stehen bleibt, ohne die Wichtigkeit maschineller Funktionsfähigkeit herabsetzen zu wollen, wir tragen Verantwortung für die uns anvertrauten Mitgeschöpfe oder die, die wir uns vertraut gemacht haben. Und wir tragen Verantwortung dafür, dass Tierfreunde das Glück mit ihrem Tier ungetrübt genießen können.

Artgerechte Ernährung, Hilfe bei der artgerechten Haltung von Tieren durch geeignete Haltungssysteme, Aufklärung der Tierhalter über ihr Tier und dessen Pflege und Haltung. Das sind unsere Verantwortungsbereiche.

Tierrechtler pflegen alle, die sich mit Tieren befassen, mit dem Hinweis abzuqualifizieren „Die verdienen ihr Geld mit Tieren“. Natürlich tut diese Industrie das und mit ihr. In Deutschland sind es gut 100.000 Menschen (vom Tierarzt und Zoofachhandel bis zum Discounter), so führt es eine Studie der Universität Göttingen zum Thema Hund aus.

Nur, wir verdienen nicht zu Lasten der Tiere, sondern mit ihrem Wohlergehen und Glück. Unser Beruf und unsere Berufung sind es, die Grundlagen für ein glückliches und unkompliziertes Miteinander von Mensch und Tier zu schaffen.

Diese Industrie trägt mit ihren Erzeugnissen dazu bei, Wohlbefinden zu schaffen, Vereinsamung zu vermeiden, die Sozialisierung von Kindern und Jugendlichen zu optimieren, ja sogar alten Menschen die bewusste Wahrnehmung ihrer Umwelt für eine längere Zeit als ohne Beschäftigung mit Tieren zu ermöglichen. Dies belegen zahllose wissenschaftliche Studien aus dem In- und Ausland.

Wer das tut und vermag, der darf mit seinem Beruf auch, im stolzen Bewusstsein einen positiven Beitrag zu leisten, seinen Lebensunterhalt verdienen.

Auch die Heimtierbranche ist, wie die gesamte Gesellschaft, vom demografischen Wandel berührt.

War es noch vor wenigen Jahren die junge Familie mit Kindern, im eigenen Haus, in ländlicher Umgebung, die typischer Weise einen Hund hielt, so gehen wir inzwischen zügig auf einen Anteil von nahezu zwei Drittel der Altersbereiche von 40 bis über 70 Jahren bei den Hunde- und Katzenhaltern zu. Das Positive an der unvermeidlichen Alterung unserer Gesellschaft, in Bezug auf die Haltung von Hunden und Katzen, ist, dass es nicht mehr die Tiere sind, die die erwachsen gewordenen Kinder daheim zurück lassen. Nein, gerade ältere und alte Menschen nehmen wieder aktiv ein Tier zu sich. Man hat verstanden, dass ein Tier Wunder wirken kann in Bezug auf Seele, Geist und soziales Verhalten.

Die Tendenz zu kleineren Hunden und der Vormarsch der Katzenhaltung mögen eine Folge der sich verändernden Altersstruktur der Heimtierhalter sein.

Mit einigen erstaunlichen Details aus unserer neuen haushaltsrepräsentativen Erhebung zur Heimtierhaltung in Deutschland und auch mit solchen, die man eigentlich erwartet hat, will ich Sie noch erfreuen:
  • Katzenhalter sind eher weiblich und wohnen vor allem in 1-2 Personenhaushalten
  • Hunde werden eher von älteren Menschen in Familienhaushalten (2 und mehr Personen), auf dem Land gehalten. Dort gibt es eben viele Einfamilienhäuser mit Garten
  • Aquarianer sind eher jünger (78 Prozent von 14 bis 49 Jahre) und leben sehr häufig in Familien mit Kindern
Die größte Gruppe der Aquarianer (29 Prozent) ist zwischen 18 und 29 Jahren alt. Aquaristik ist also wieder im Aufbruch, ein junges Hobby zu werden. Die Industrie und der technische Fortschritt haben dazu sicher einen großen Beitrag geleistet. Übrigens, eine hochattraktive Variante können Sie, von exzellenten Fachleuten vorgeführt, auf dem Stand des ZZF beobachten, das Aquascaping.

Wenn Sie in diesem Jahr die ausgestellten Produkte betrachten, dann werden Sie feststellen, dass, wie immer, viele Neu- und Weiterentwicklungen zu sehen sind – sei es im Bereich Nahrung, wo dem älter werdenden Tier und seinen damit auftretenden natürlichen Beschwerden Rechnung getragen wird oder auch dem verstärkten Auftreten kleinerer Rassen. Im Bereich Aquaristik soll neue Technik dazu beitragen, dieses attraktive Hobby dem modernen Lebensgefühl anzupassen und zugleich den Tieren optimierte Lebensbedingungen zu bieten.

Aber natürlich ist auch der Zubehörbereich in steter Entwicklung. Auch hier wird durch tiergerechte Werkstoffe zum Wohlbefinden der Tiere beigetragen. Natürlich hat ein totschickes Halsband mit passender Leine auch das Potenzial, Frauchens Wohlbefinden zu heben. Auch hier gilt als Minimalanforderung: Erlaubt ist, was dem Tier nicht schadet oder sein Wohlbefinden beeinträchtigen kann.

Heimtierhaltung soll Freude machen und Glücksgefühle erzeugen.

Ich hoffe, dass auch diese 32. Interzoo 2012 allen Ausstellern und Besuchern Freude bringen wird und sich nach der Messe, wenn Rückschau gehalten wird, Glücksgefühle einstellen.

In diesem Sinne wünsche ich allen eine erfolgreiche Messe.
 
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